Interdisziplinäre Rechtsforschung zwischen Rechtswirklichkeit, Rechtsanalyse und Rechtsgestaltung

Kongress der deutschsprachigen Rechtssoziologie-Vereinigungen

 

Vortrag von Kamil Majchrzak in der Session "Frieden und kollektive Konflikte" während des Kongress der deutschsprachigen Rechtssoziologie-Vereinigungen

 

Moderator/in: Christian Boulanger (Humboldt-Universität zu Berlin)

 

* Cordelia Koch (): Verfassung und Frieden- eine methodische Herausforderung

 

* Kamil Majchrzak (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)): Verfassung und Frieden –zwei dehnbare Begriffe? Polens Krieg im Irak und die Friedensbewegung

 

* Julie Trappe (Universität Heidelberg, Historisches Seminar): Recht zwischen Geschichte und Erinnerung

 

 

Freitag, 5.9.2008

10:15-12:00 Uhr

Ort: Universität Luzern im ehemaligen Hotel Union an der Löwenstrasse 16

 

Thema des Kongresses sind die Perspektiven der inter- oder transdisziplinären Rechtsforschung auf ihren Gegenstand Recht sowie die Relationen zwischen dem Recht und den übrigen „faits sociaux“. Wie stellt sich die Rechtsforschung zu ihrem Gegenstand Recht: Sieht sie ihre Rolle in der ‚distanzierten’ Analyse des sozialen Phänomens „Recht“ und verzichtet sie auf Veränderungsansprüche? Bedient die Forschung primär disziplinäre Problemstellungen der jeweiligen Gesellschafts- oder Kulturwissenschaft? Oder zielt die ‚engagierte’ Forschung darauf, vermittels eigener Befunde in die Rechtsgestaltung einzugreifen? Sieht sie ihren Beitrag darin, die Grundlagen für eine durch empirisches Wissen verbesserte Rechtspraxis und Gesetzgebung zu liefern?

 

Die Frage nach der Rechtswirkung ruft verschiedene Vorstellungen und Theorien auf den Plan, in welcher Form Recht eigentlich zur Wirkung gelangt. Recht wird dabei im Lichte von Institutionen, wird als Praxis und Alltag, als Diskurs oder als Text, als Organisation oder als Apparat, als System oder als Netzwerk, als Machtfeld oder als Spielgeschehen erschlossen. All diese Begriffe, Metaphern und Konzepte implizieren Wirkungsweisen sowie Erklärungen für ausbleibende oder unbeabsichtigte Wirkungen.

 

Die Frage nach der Wirksamkeit von Recht stellt sich aktuell in vielen Forschungsfeldern. Sie betrifft Arbeiten zur Einwanderungssteuerung, zur Regulation von Technologie und Medien, zur Gestaltung der Geschlechterverhältnisse, zu Antidiskriminierungsprogrammen, zum Verhältnis von Religiosität und Staatlichkeit oder auch zu neuen Paradigmen der Sozialpolitik. ‚Wie wirkt Recht’, fragt dabei auch nach den Grenzen des Rechts, etwa in emotionalisierten und kulturalisierten Konflikten, in komplexen und angstbesetzten Problemfeldern des Klimawandels oder der Gentechnik oder auch bei existenziellen und medialisierten Fragen der Terrorbedrohung. Wirkt Recht überhaupt?

 

Wie wirkt Recht?


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Last update: 2008/10/12 - 16:20 - © Peaceresearch